Michael Volkmer / Grenzspiele

Michels Sonderausstellung im Museum Pfalz Galerie Kaiserslautern  

Letzten Donnerstag ist das theuer + scherr Team nach Kaiserslautern gebraust. Grund dafür war die Katalogvorstellung von Michael Volkmer zu seiner Ausstellung Grenzspiele im MPK (Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern). Einen Künstler, den wir seit seiner Einzelausstellung 2018 begleiten, in diesen Museumsräumlichkeiten zu sehen, hat sehr viel Freude bereitet.

Im Eingangsbereich wird man von der bemerkenswerten Arbeit The spirits I summoned (2024) begrüßt, die bereits letztes Jahr im Port 25 einen bleibenden Eindruck hinterließ. Der Rundgang ermöglichte aber auch den Blick auf neue Arbeiten. Beispielsweise eine seiner Rosetten aus Radzierblenden (nicht Felgen, wie oft vermutet wird), die er für diese Ausstellung angefertigt hat. Die am Straßenrand oder auf dem Flohmarkt gefundenen Objekte in ein anderes Licht zu rücken, ist schon Gesellschaftskritik an sich. Beeindruckend ist jedoch, dass diese Tatsache durch die Wirkung der Werke in den Hintergrund rückt.

Typisch für Michel: Der Großteil seiner Arbeiten sind im Farbton RAL 1015 – oder, wie er später im Künstlergespräch betont, in „Rentnerbeige“ gehalten.

Die Freude war groß, einen Freund unserer Galerie und auch ein bekanntes Gesicht der Mannheimer Kunstszene in der Ausstellung wiederzufinden. Eric Castensen (Inhaber der Strümpfe, Galerist und Weinliebhaber) war als Michels Counterpart in Videos und Kurzfilmen aus der Serie superart.tv zu sehen.

Der ordentliche Punk

Dass Michel, der neben seinem Künstlerdasein auch als Drummer der Punkband „Wehrkraftzersetzer“ auftritt, mag zunächst widersprüchlich erscheinen. Das ordentlich und gedeckt aufgetragene „Rentnerbeige“ und ein krachender Punkrhythmus? Jedoch wird beim Betrachten der Kunstwerke klar, dass die Aussagen nicht weniger Punk sind als seine Musik. Gerade die gewaltkritischen Arbeiten: Pistole (Filmrequisit) 2026 und Projektil 2022 könnten selbst den Titel seiner Punkband tragen.

Das Event startete erst etwas später. Das Museum war nicht auf die Besuchermenge vorbereitet, sodass nachträglich noch Stühle aufgestellt wurden.

Nach dem Künstlergespräch folgt eine Performance. Gespannt blickt die Menge auf zwei Damen, welche sich barfuß und vermummt auf das Kunstwerk Blister (2025) zubewegen. Langsam treten sie auf den schwarz gefärbten, mit Gips ausgegossenen Verpackungsmüll. Das Knacken der Gipsabgüsse erfüllt den Raum. Und man sieht zu, wie die weißen Risse anfangen, den schwarzen Kreis zu zieren.

Nach einer Weile wird das Publikum aufgefordert, selbst aktiv zu werden. Das Ende der Veranstaltung wurde damit eingeleitet, dass alle Besucher:innen über das Werk schreiten. Die Ordnung wird gestört, das Geschaffene verändert.

Punk.

Text: Jonathan Diemer

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